Zu 360° Transparenz durch End-to-end Digitalisierung

Das IT-Glossar von Gartner definiert Digitalisierung als den Prozess des Übergangs von analoger zu digitaler Form. Gleichzeitig wird der Begriff häufig auch als Synonym für die sog. papierlose Fabrik verwendet, womit das Konzept allerdings zu stark vereinfacht wird. Denn die Digitalisierung ist primär ein kritischer erster Schritt auf dem Weg eines produzierenden Mittelständlers zur Industrie 4.0, durch die Bereitstellung von Daten als nutzbares Werkzeug zur Steigerung von Effizienz und Leistung. Somit schafft der Digitalisierungsprozess die notwendige Transparenz die benötigt wird, um aus dem Modewort Industrie 4.0 tatsächlich Mehrwerte zu schaffen.

Was ist Transparenz und wie kann sie helfen?

Häufig erleben wir Mittelständler die daran interessiert sind Datentransparenz durch Digitalisierung zu erreichen, sich jedoch hinsichtlich des konkreten Nutzens des Prozesses nicht sicher sind. Es ist wichtig sich bewusst zu machen, dass Transparenz selbst keinen Wert schafft. Die Wertschöpfung von Transparenz liegt einzig und allein in der korrekten Nutzung der gewonnenen Daten, um wertvolle Geschäftsentscheidungen zu treffen. In diesem Sinne bietet Transparenz Vorteile für alle Stakeholder in Ihrem Unternehmen.

  • Geschäftsführung: Vollständige Transparenz ermöglicht es der GF schnell und einfach zu verstehen, ob das Unternehmen auf dem richtigen Weg ist, um strategische Ziele zu erreichen oder droht Budgetrestriktionen zu überschreiten.
  • Meister, Produktions- und Betriebsleiter: Echtzeit-Transparenz in Form von Dashboards liefern operativen Leitern die relevanten Informationen, um Engpässe zu identifizieren und zu beheben, die Arbeitsbelastung der Mitarbeiter anzupassen und die Anlagenauslastung zu maximieren.
  • KVP-, Lean- und Operational Excellence Manager: Durch vollständige Transparenz wird Managern die Möglichkeit geboten auf Grundlage qualitativer historischer Daten abteilungs- und unternehmensweite Prozesse zu verwalten und diese entsprechend zu unterstützen.
  • Werker: Dank Transparenz in der Kommunikation sind die Werker besser in der Lage ihren eigenen Fortschritt intuitiv zu verwalten, sich den richtigen Aktivitäten zuzuwenden, potenzielle Probleme zu erkennen und proaktiv Hilfe oder Ressourcen zu verlangen.
  • Kunden/Vertrieb: Letztendlich profitieren die Kunden indirekt von vollständiger Transparenz durch die oben aufgeführten verbesserten Geschäftsabläufe, die zu schnelleren Lieferzeiten, besserem Service, mehr Flexibilität und höherer Qualität führen können.

Ein schrittweiser Ansatz in Richtung Transparenz

Bei korrekter Implementierung kann die Digitalisierung eines Prozesses hoch profitabel für ein Unternehmen sein. Wir empfehlen einen Schritt-für-Schritt Ansatz, anstelle der Durchführung eines riesigen IT-Projektes. Dafür gibt es mehrere Gründe. Zum einen kann ein Quick Win infolge einer kleineren Digitalisierungsinitiative einen großen Beitrag dazu leisten, die Mitarbeiterakzeptanz zu erhöhen. Mit der Mitarbeiterakzeptanz steht und fällt der Erfolg eines IT-Projekts, vor allem wenn die Mitarbeiter sich nur ungern über neue Technologien informieren und diese nutzen. Zum anderen ist der Spruch “too big to fail” für die IT Welt definitiv nicht zutreffend. Je größer und komplexer das IT-Projekt, desto wahrscheinlicher, dass es ohne sauberen Abschluss weitergeht, das gewünschte Ergebnis nicht erreicht wird oder das Projekt sogar ganz scheitert.

Die IT-seitigen Ebenen von Transparenz

Bei der Überlegung welche Prozesse zuerst digitalisiert werden sollen, ist es wichtig zu bedenken, welchen Einfluss die Nutzung der neuen Datentransparenz auf die entsprechenden Betriebs- und Geschäftsabläufe haben könnten. Um eine End-to-End-Digitalisierung zu planen und erfolgreich umzusetzen, hilft es, über Digitalisierung in den Ebenen der Datenerfassung, Datenverarbeitung und Datenpräsentation zu denken:

Datenerfassung

data collection industrial tabletDie Digitalisierung ermöglicht es, einen Großteil der Datenvielfalt in Ihrer Fabrik ohne menschliches Zutun zu erfassen. Anstatt beispielsweise einen Mitarbeiter durch Ihren Maschinenpark gehen zu lassen, um Messwerte zu protokollieren, kann ein Sensor auf der Maschine diese Daten automatisch sammeln und an die richtigen Systeme weiterleiten. Diese können dann von anderen Anwendungen weiterverwendet werden, beispielsweise in einer Mobilen Team Kollaboration-Anwendung. Die Digitalisierung der Maschine bringt also nicht nur Echtzeit- und hochqualitative Transparenz, sondern ermöglicht auch durch Datenverarbeitung und -präsentation den OEE zu erhöhen, Durchlaufzeiten zu reduzieren und kontinuierliche datengetriebene Verbesserungen.

In einigen Fällen können Daten nicht automatisch erfasst werden. Hier ist es trotzdem möglich, Daten in Echtzeit zur Verfügung zu stellen, z.B. durch die Protokollierung von Prozessen über industrielle Tablets am Arbeitsplatz. Eine benutzerfreundliche und effiziente Oberfläche unterstützt die Datenqualität. Die gewonnenen Daten können später wieder in andere digitalisierte Prozesse integriert werden.

Die Datenerfassung bezieht sich jedoch allein auf die Generierung von nutzbaren Daten, also der Schnittstelle zur ausführenden Kraft zum Beispiel über Sensorik, Gateways oder Tablets.

Datenverarbeitung

Datenverarbeitung bedeutet Daten zu transportieren, zu transformieren, zu speichern oder zusammenzuführen, um sie nutzbar (aus IT-Sicht) zu machen. Dies wird oft als Hintergrundfunktion betrachtet, bildet aber die Grundlage für datengetriebene Entscheidungsfindungen und Analysen — der Umwandlung von Transparenz in Wertschöpfung. Die Datenverarbeitung ist größtenteils unabhängig davon, ob die Daten manuell oder automatisch erfasst werden. Aus IT-Sicht gestaltet sich die Datenverarbeitung hoch anspruchsvoll. Es ergeben sich viele wichtige Fragen die diskutiert werden müssen: Soll die Kompetenz zur Verarbeitung systemkritischer Komponenten in-House ausgebaut werden oder ausgelagert werden? Wie stellen wir eine nachhaltige Integration in unsere heterogene IT-Landschaft, vor allem ins ERP System, sicher? Wie können wir in Zukunft weiter auf den Daten aufbauen und diese mit anderen industriellen Anwendungen erweitern?

Je nach Anwendungsfall muss die Datenverarbeitung extrem robust sein. System- oder geschäftskritische Anwendungen müssen stets zuverlässig laufen und dürfen nicht abhängig vom Internet, dem ERP-System oder bestimmten Hardwaregeräten sein. Aus diesem Grund haben wir die dezentrale Ada-Architektur entwickelt, die eine hybride Cloud/Edge-Architektur verwendet. Durch diese wird unter anderem die problematische Abhängigkeit von einzelnen Komponenten (Eng.: Single Sources of Failure) beseitigt und mit Peer-to-peer Kommunikation robuste Performanz, Zuverlässigkeit und Nachhaltigkeit geboten

Datenpräsentation

Denkt man an Datentransparenz, so rückt der Fokus meist auf die Präsentation von Daten: elegante Dashboards mit allen Echtzeit-Informationen auf Knopfdruck. Doch wenn alle Informationen nur im analogen Format verfügbar sind, ist diese Art der Zugänglichkeit praktisch unmöglich. Allein die Erstellung eines einzelnen Wochenberichts kann von einem Mitarbeiter die Zusammenstellung von Daten aus mehreren separaten Dokumenten verlangen. Dies erhöht zum einen das Risiko von Fehlern in den Daten, zum anderen schließt es Echtzeit-Dashboards sowie damit einhergehende Flexibilität und schnelle Reaktionsfähigkeit aus.

Die Digitalisierung von Präsentations- und Berichtsfunktionen hingegen liefert die wesentlich robustere Grundlage für Analysen und Entscheidungen, welche die allgemeine Betriebseffizienz verbessern und Teams von überall und jederzeit über aktuelle Vorgänge informiert lassen. Es wird vergleichsweise simpel einmal pro Woche einen operativen Kennzahlenbericht zu überprüfen und die Daten über Drill-Downs zu filtern, um sich auf eine Abteilung zu konzentrieren. Auch die tägliche Vorbereitung einer Shopfloorrunde wird mit einem vorgefertigten Bericht schnell, einfach und effektiv. Visuelle Management-Dashboards erleichtern gleichzeitig die Zusammenarbeit zwischen den Teammitgliedern und ermöglichen den Echtzeit-Überblick über Maschinen und Prozesse.

Der Weg zur End-to-End-Digitalisierung führt zu erheblichen operativen Verbesserungen dank der Möglichkeit mit vollständiger Datentransparenz tägliche Geschäftsentscheidungen besser zu treffen.

 

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Themen: Digitalisierung & IIoT, Datengetriebene Produktion

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